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Haus der Projekte IBA, Hamburg

Art Realisierungswettbewerb, 2008
Ort Hamburg
Auslober Get the Kick e.V., Hamburg
Bearbeiter H. Baurmann | S. Gerstenberg | N. Clauss
Visualisierung C. Gaiser
Modellbau M. Krefter
Platzierung

Ankauf

Publikationen competitionline 23.06.2008

Bauen am Wasser ist ein altes Thema. Die geforderte Zeichenhaftigkeit, in Nachbarschaft zu den Hallen der BallinStadt und vor dem großmaßstäblichen Hintergrund des Zollhafens, scheint uns wichtig: ein hohes Gebäude, das über die Wasserschutzbauwerke hinaus wahrgenommen werden kann.

Das Haus der Projekte ist ein Artefakt. So, wie eine Vision notwendig ist, um Projekte zu entwickeln, ist es Kulminationspunkt und Ort von und für Ideen, offen, pluralistisch, experimentell. Darum kann es kein Haus sein wie jedes andere.

Das Thema, aus dem wir unseren Entwurf ableiten, ist das der Spundwand. Aus ihr heraus entwickelt sich das Gebäude, oder besser: die Spundwand wird selbst zum Gebäude, hebt sich, faltet sich, wickelt sich in die Höhe.

Über den Werkräumen stapeln sich die unterschiedlichen Funktionen des Gebäudes, einzig der Musikbereich bleibt, aus akustischen Gründen, separiert. Ganz oben die Schulungsräume, mit einem weiten Blick über die Hafenanlage; darunter die Küche mit vorgelagerter Terrasse - hier kann gefeiert werden. Auch die Büro-Ebene verfügt über eine eigene Freifläche, darunter das Foyer, hochwassergeschützt, über eine lange Treppenanlage, die die Spundwand begleitet und inszeniert, zugänglich. Das eigentliche Foyer indes liegt außerhalb, mit Blick aufs Wasser.

Die Holzkiste der Werkhalle wird der Bauskulptur untergeschoben. Es entsteht eine begehbare Rauminstallation, ein über vielfältige Außenräume erfahr- und betretbares Gebilde von hoher Signifikanz.

Die Konstruktion besteht aus Beton, die Werkhalle wird aus Holz errichtet, ganz wie die Boote, die darin gebaut werden. Die Fassaden sind in Sichtbeton gehalten, der ruppigen Umgebung und den Hafenkais angemessen. Der Innenausbau kann in Eigenmontage erfolgen, aus Holz und Gipskarton-Ständerwänden, die auch die Wärmedämmung aufnehmen - das erspart die separate Betonschale. Die Deckenbekleidungen und Holzterrassen erinnern an Schiffsdecks, ohne diese wörtlich zu zitieren.

Das energetische Konzept orientiert sich an nachhaltigen, ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen sinnvollen Überlegungen. Beheizt wird das Gebäude mittels Wärmepumpe und Niedertemperatur-Fußbodenheizung. Hochgedämmte Hüllflächen helfen, die Energieverluste gering zu halten. Die massive Bauweise schafft ein hervorragendes Raumklima durch große Speichermassen, die einer starken Aufheizung im Sommer bzw. Auskühlung im Winter entgegenwirken.

Die Slipanlage steht in unmittelbarer Verbindung zum überdachten Freilager. Die in diesem Bereich unterbrochenen Reste der Spundwand werden zur Sitzfläche der Jugendlichen. Die Wand hat ausgedient, ist zum Gebäude geworden, zu Raum geronnen.