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Mehr-Generationen-Haus, Königsbrunn

Art Realisierungswettbewerb, 2009
Ort Königsbrunn
Auslober GWG der Stadt Königsbrunn mbH
Bearbeiter M. Dürr | M. Gerstner
Visualisierung Stuchlik 3D
Modellbau werkplan | M. Becker
Platzierung

1. Rg

Publikationen competitionline 21.08.2009

Mehrgenerationen-Wohnen: Auf dem Grundstück werden zwei Hofhäuser mit je 26 Wohnungen und ein Gemeinschaftshaus mit Kita und Gemeinschaftsräumen geplant. Die beiden Hofhäuser erscheinen mit ihrem groben weißen Putz und den skulptural geformten Balkonen mit Geländern aus Sthal und Holzgeflecht sehr körperhaft.

Mit den schmalen hohen Fensterformaten und den Dachausstiegen entsteht ein eleganter Gesamteindruck.

Die Gebäude stehen auf einem niedrigen Sockel, auf dem auch die Mietergärten sitzen. Diese Erhöhung schafft eine kleine Schwelle für die privaten Freiräume, die aber leicht mit einer kleinen Rampe zu überwinden ist. Es entsteht ein leicht abgesenkter Eingangsplatz zwischen den Gebäuden. Die Bewohner gehen über den Platz zum Hauseingang und werden von einer licht­durchfluteten, dreigeschossigen Halle in Empfang genommen. Sie ist Bindeglied zwischen Privatheit und Öffentlichkeit. Die Tiefgaragenzufahrt auf der Nordseite des Grundstücks fügt sich unauffällig in das Erschließungskonzept ein. Das Gemeinschaftshaus mit Kita bildet mit dem gegenüberliegenden Gemeindehaus einen Platz, der das Herzstück der Mehrgenerationen-Wohnanlage ist. Durch die Platzierung des Gemeinschaftshauses in Bezug zu Kindergarten und Gemeindehaus entsteht ein Ensemble mit einer Mitte; städtebaulich entsteht so ein kleines Dorf mit Straßen, Gassen und Plätzen.

Organisation: Die Hofhäuser selbst sind als dreigeschossige Wohngebäude mit zentraler Erschließung organisiert. 9 bis 10 Wohnungen werden pro Geschoss über einen lichten Hof erschlossen. Im Erdgeschoss sind Beete angeordnet, in denen Buchsbaum und Hopfen gepflanzt sind. Sie begrünen den Innenhof und sorgen für eine gute Akustik und ein gutes Klima und zonieren das Erdgeschoß.

Treppe und Aufzug sind bewusst aus der Hofzone genommen, um keine brandschutztechnischen Auflagen erfüllen zu müssen und um den Hofraum zur Querlüftung der Wohnungen zu nutzen. Der Gebäudegrundriss erscheint als Abfolge konzentrischer Rechtecke, deren Umfassungswände tragend ausgebildet sind: im Inneren des Hauses befindet sich der Hof als Zentrum, darum herum legen sich die Wohnungen mit einer Mitteltragwand parallel zu Außenwand und Hofwand.

Die äußere Raumzone ist flexibel einteilbar und kann den Bedürfnissen der Bewohner ange­passt werden, da nur die tragende Mittelwand die Wohnungen teilt. Die Zimmertrennwände sind frei einteilbar oder könnten ganz entfallen. Aufgrund dieser Konstruktion ist ein flexibler Wohnungsmix möglich.

Die Abstellräume sind oberirdisch untergebracht. Sie sind zum Teil den Gärten zugeordnet, mit Efeu bewachsen werden sie zu einem grünen Element im Außenraum. Der andere Teil ist entlang des Gemeinschaftshauses angeordnet, mit derselben Bekleidung aus Stahl und Holzgeflecht wie die Geländer der Balkone.

Wohnen: Die Wohnungsgrundrisse sind flächig organisiert, es gibt keine reine Verkehrsflächen innerhalb der Wohnungen. Man kommt über ein Entree mit kleiner Garderobe in eine Wohnküche mit Essplatz, die über den Innenhof belichtet wird. Von der zentralen Wohnküche gehen die privaten Zimmer und das offene Wohnzimmer ab. Durch die räumliche Verschränkung von Wohnraum und Wohnküche erlebt man die ganze Tiefe der Wohnung, sie wirkt dadurch sehr großzügig.

Privater Außenraum: Die leichte Erhöhung des Eingangsgeschosses und die Hainbuchenhecke bieten den Erdgeschosswohnungen einen geschützten, privaten Gartenbereich. Darüber hinaus sind allen Wohnungen Balkone zugeordnet. Die Balkone und Terrassen sind groß und gut möblierbar. Die Wohnungen im 2.OG haben zusätzlich noch eine Dachausstieg auf eine private Dachterrasse.

Energiekonzept:Die Mehrgenerationen-Wohnanlage wird über eine Hackschnitzelanlage mit Wärme versorgt. Die Gebäudeaußenfassade besteht aus Porotonstein mit Wärmedämmputz. Der Innenhof wirkt im Winter als Wärmefalle. Der kompakte Baukörper und das günstige A/V-Verhältnis unterstützen das Energiekonzept.