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Erweiterung Sparkasse, Karlsruhe

Art Mehrfachbeauftragung, 2012
Ort Karlsruhe
Auslober Sparkasse Karlsruhe Ettlingen
Bearbeiter M. Dürr | H. Baurmann | U. Bachmann | J. Hakenjos | M. Becker | D. Grenz
Fachberater Prof. Pfeifer + Partner
Visualisierung Stuchlik 3D
Platzierung

1. Rang (in Realisierung)

Publikationen Bauen und Wirtschaft, Reg.bez. Karlsruhe, S. 92, Worms
Umwelt & Energie, S. 140, Worms 2014

Die zu sanierenden Gebäude bilden den Abschluss an der Nord-West-Ecke des "Kundenzentrums Europaplatz" der Sparkasse. Hier mündet die Hirschstraße, eine wichtige Nord-Süd-Verbindung von Karlsruhe in die Kaiserstraße. Die Hirschstraße führt von Beiertheim über die Südwest-Stadt bis in die Innenstadt.

Durch die neue ebenerdige Rad- und Fußgängerüberführung an der Kriegstraße wurde die Hirschstraße als Verbindung in die Innenstadt nochmals gestärkt.

Unsere Überlegungen basieren auf zwei Beobachtungen:

  1. Die Fassade entlang der Kaiserstraße hat einen Kopfbau zum Europaplatz, eine vertikal gegliederte Lochfassade aus Stein und eine horizontal gegliederte Glasfassade entlang der Kaiserstraße mit einem 6. Geschoss als Staffelgeschoss mit Flugdach, das bisher keinen Abschluss findet. Wir schlagen vor, die Fassade entlang der Kaiserstraße durch das neue Gebäude zu fassen und dem Staffelgeschoss einen Abschluss zu geben.

  2. Die Ecke Kaiserstraße | Hirschstraße wird zur Zeit durch das gegenüberliegende 6-geschossige Gebäude mit zwei Staffelgeschossen beherrscht. Dem setzen wir bewusst einen 6-geschossigen Abschluss der Fassade entlang der Kaiserstraße entgegen, die zur Einleitung in die Hirschstraße um die Ecke geführt wird.

Fassade

Durch die Wahl von Betonwerkstein als Material für die Fassade erhält das Gebäude das nötige Gewischt um die unterschiedlichen Fassaden entlang der Kaiserstraße zusammen zu binden und zu fassen. Die Lochfassade des Bestandes aus Stein mit seiner vertikalen Gliederung wird aufgenommen. Zusammen mit diesem Bestand bildet die neue Fassade einen Rahmen für die dazwischen liegende Glasfassade. Beherrschend in der neuen Ansicht sind die stehenden Formate, die dem Bau seine zeitlose Eleganz verleihen. Mit durchlaufenden Pfeilern werden in einigen Bereichen 2 Geschosse zusammengefasst. Die Fassade erhält dadurch eine zusätzliche Gliederung. Die Einschnitte entlang der Hirschstraße markieren besondere Punkte, zum einen die Durchfahrt in den Hof, zum andern die Einleitung in die Kaiserstraße. Durch den Einschnitt an diesr Stelle wird ein Kopf ausgebildet, der gleich einem Turm die Ecke markiert.

Rückbau Hirschstraße 9 und 11

Das Bestandsgebäude der Hirschstraße 9 ermöglicht in seiner Grundstruktur mit Erschließungssystem und Geschosshöhen keine zufriedenstellende und zeitgemäße Büronutzung. Diese Büroflächen wären in ihrer Nutzung und Einteilung sehr unflexibel und könnten bei moderner technischer Nachinstallation mit der geringen Geschosshöhe auch keine arbeitsrechtlich erforderliche lichte Raumhöhe mehr aufweisen. Der bauliche und damit finanzielle Aufwand für eine Sanierung zu Bürozwecken wäre eindeutig zu hoch im Verhältnis zu dem mängelbehafteten entstehenden Ergebnis.

Etwas differenzierter stellt sich die Situation in der Hirschstraße 11 dar. Bei diesem Gebäude wären in den Obergeschossen für eine Büronutzung ausreichende Raumhöhen vorhanden mit Ausnahme des Dachgeschosses. Allerdings verhindert hier das rückseitig quergestellte Treppenhaus zum einen eine Flächenoptimierung beim Gebäude der Hirschstraße 9 als auch eine vernünftige Erschließung von der Hirschstraße aus. Die Anbindung an die Geschossflächen übern einen Großteil der rückwärtigen Fassade erweist sich ebenfalls als äußerst nachteilig.

Aus den o. g. Gründen und mit dem Ziel, mit den modernisierten Flächen der Hirschstraße 9 - 11 eine optimale Anbindung an die Kaiserstraße 229 und damit das Bestandsgebäude der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen zu gewährleisten, sehen wir es als die wirtschaftlichste und funktionalste Vorgehensweise, die Gebäude der Hirschstraße 9-11 zurück zu bauen. Eine detaillierte Kostenermittlung unter Berücksichtigung der Abbruchkosten belegt diesen wirtschaftlichen Vorteil.

Mit einem Neubau könnten nicht nur die funktionalen Mängel des Bestandes komplett beseitigt werden, es wäre auch eine optimale Anbindung an die Kaiserstraße 229 möglich, die Nutzflächen könnten unter Berücksichtigung des baulichen Kontextes beträchtlich erhöht werden und ein Neubau bietet auch die besten Möglichkeiten, die Lebenszykluskosten zu optimieren. Desweiteren bietet sich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, dem "Sparkassengebäude" in der Hirschstraße ein zusammenhängendes und einheitliches Erscheinungsbild zu verschaffen.

Sanierung Kaiserstraße 229

Die Grundstruktur des Gebäudes mit seinem Raster von 1.25 m und der gut platzierte Erschließungskern an der Kaiserstraße lassen eine sinnvolle Sanierung des Gebäudes zu.

Der zweite durchgehende Erschließungskern wird bis ins Erdgeschoss zurückgebaut. Der Aufzug wird ausschließlich als Lastenaufzug für den Ankermieter zur Verfügung stehen.

Der Einbau eines neuen Erschließungskerns ermöglicht die wichtige Trennung von Anlieferung REWE und der angemessenen Erschließung des neuen Bürohauses. Da nach dem statischen Gutachten die Dachdecke bei einer Aufstockung verstärkt werden müsste, haben wir uns entschlossen, die Dackdecke ganz zurückzubauen und durch eine neue zu ersetzen, um in diesem Geschoss die notwendige Höhe von 3.00 m im Lichten und den stufenlosen Anschluss an den Neubau zu erreichen. Die Brandschutzsanierung der alten Rippendecken in den Geschossen in Form einer Ertüchtigung zur F-90-Decke kann mittels eines Spritzputzes vorgenommen werden. Die Aufstockung durch die beiden zustätzlichen Staffelgeschosse im 5. und 6. OG nimmt die "losen Enden" der angrenzenden Bebauung auf und führt sie in einer Art einer abgetreppten Dachlandschaft zu Ende.

Erschließungskonzept

Durch den Abriss von Hirschstraße 9 und 11 wird der Weg frei das Erschließungskonzept grundlegend zu überarbeiten. Statt der bisher 5 Erschließungskerne und frei im Grundriss verteilten diversen WC-Anlagen wird es nur noch 3 Erschließungskerne mit angeschlossenen WC-Anlagen geben. Sie sind im Grundriss optimal verteilt: die Fluchtweglängen werden eingehalten, sie liegen an Brandwänden und in nicht zu belichtenden Bereichen, es lassen sich pro Geschoss bis zu 7 Einheiten verschiedenster Größe erschließen, die WC-Anlagen liegen übergeordnet, dem Treppenhaus zugeorndet und können von allen Einheiten benutzt werden. Durch diese Maßnahme erhält man einen großen zusammenhängenden völlig freien Grundriss, der sich nach Belieben einteilen lässt. Die Struktur ist äußerst flexibel. Von Zellenbüros über Kombibüros bis zur offenen Arbeitslandschaft kann alles gestaltet werden. Das Bürorastermaß von 1.25 m unterstützt diese Flexibilität. Die Haupterschließung liegt genau in der Mitte des neuen Bürohauses.

Der Zugang liegt direkt an der Hirschstraße. Über eine Lobby gelangt man zu den Aufzügen. Durch einen Lichthof fällt das Licht bis ins 1. Obergeschoss. Benutzt man die Treppe, läuft man ins Licht. Dadurch wird die Erschließung erheblich aufgewertet.