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Fußgängerbrücke, Karlsruhe

Art Mehrfachbeauftragung, 2007
Ort Karlsruhe
Auslober Stadt Karlsruhe
Bearbeiter H. Baurmann | S. Dürr | D. Häfner
Fachberater Obermeyer Planen + Beraten
Modellbau S. Berger | P. Weinlein
Platzierung Besondere Anerkennung

Die Fuß- und Radwegbrücke ist nicht nur ein Verkehrs- und Ingenieurbauwerk, sondern ein architektonisch gestalteter Raum. Aufgrund ihrer Lage kommt ihr die Funktion eines Merkzeichens zu, und das in zweifacher Hinsicht.

Für den Autofahrer, der Karlsruhe von Norden her erreicht oder Richtung Mannheim verlässt, symbolisiert die Brücke den Stadteingang; für den Radfahrer oder Fußgänger, der sich von der Stadt Richtung Rhein oder umgekehrt bewegt, ist sie ebenfalls Tor zur Stadt, zugleich aber prägnanter Ort inmitten der Peripherie Karlsruhes auf seinem Weg zwischen Stadt und Rhein.

Form: Die Brücke wird beidseits über Rampenanlagen auf aufgeschütteten Wällen inmitten einer ebenen Fläche erreicht. Die Form zeichnet das Thema der Rampe unmittelbar nach und setzt es fort. Es entsteht eine Zeichenhaftigkeit, die auf die Nahtstelle zwischen Stadt und Land, Mensch und Natur verweist. Das Begehen der Brücke vermittelt durch die geschlossene Form eine räumliche Erfahrung, die man üblicherweise von Brücken nicht (mehr) kennt. Damit wird die Brücke zum besonderen Ort.

Material: Konstruiert ist die Brücke aus Holz. Sie steht am Übergang der bebauten zur unbebauten Landschaft, von ihr aus erblickt der Radfahrer den Auenwald am Rhein, Rohstoff-Lieferant für das Baumaterial der Brücke. Sie symbolisiert damit - im Gegensatz zum asphaltierten Band der Autostraße – einen bewussten Umgang mit den Ressourcen, was der Fahrradfahrer für sich ebenfalls in Anspruch nimmt. Als Ingenieurbauwerk zeigt sie exemplarisch auf, wie weit der technische Einsatz von Holz und Holzwerkstoffen fortgeschritten ist.

Geometrie: Die beidseitig angeordneten Fachwerkträger, verkleidet mit einem senkrechten Stabwerk, liegen eben über den Fahrbahnen. Der Obergurt nimmt die Steigung der Rampe auf. Durch die Fugen der Holzlattung wird der entstehende Zwischenraum natürlich belichtet. Die eigentliche Fahrbahn liegt zwischen den Trägern und ist ausgerundet. Der östliche Brückenkopf wird durch eine geschlossene Überdachung markiert, die sich in einzelnen Druckstäben in der Ebene des Obergurts fortsetzt. Unterstützt wird die zeichenhafte Dynamik durch eine im Grundriss leicht trichterförmige Ausbildung der Grundform.

Licht: Der Benutzer der Brücke durchläuft ein Bauwerk, das verschiedenste Lichtsituationen schafft. Das vertikale Stabwerk der außenliegenden Verkleidung lässt die Sonne lange Schatten auf die Fahrbahn werfen, die abnehmende Höhe der seitlichen Begrenzungen weist den Weg aus der Stadt. Die trichterförmige Grundform verweist auf die unterschiedlichen Brückenköpfe. Bei Dunkelheit wird der Passant begleitet durch bodenbündig angeordnete Lichtbänder zu beiden Seiten der Fahrbahn, während sich dem Autofahrer durch zwei Lichtleisten am Untergurt die Spannrichtung der Brücke mitteilt.

Wahrnehmung: Der Nutzbau „Brücke“ wird zu einem Bauwerk, das von einem subtilen doppelten Spiel mit der Wahrnehmung begleitet ist: dem von Bauwerken und dem von Landschaft. Viele der damit verbundenen Maßnahmen, so die leicht sich verändernden Abstände der Lattung oder der keilförmige Zuschnitt der Fahrbahn, bewegen sich knapp an der optischen Wahrnehmungsschwelle. Das Brückenbauwerk kann als ein tagtäglich von denselben Personen benutztes Bauwerk unaufdringlich, aber stetig auf die Grenzen zwischen Stadt und Land, Bauwerk und Landschaft, Mensch und Natur hinweisen.