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Ortsmitte, Ottenheim

Art Mehrfachbeauftragung, 2001
Ort Ottenheim
Auslober Gemeinde Schwanau
Bearbeiter H. Baurmann | S. Dürr | D. Nieb
Fachberater A. Grunwald, adk
Modellbau Y. Signani | B. Cosse
Außenanlagen SNOW Landschaftsarchitekten
Platzierung

3. Rang

Publikationen wettbewerbe aktuell 07.10.2011

competitionline 26.10.2011

Der Freiraum der Ortsmitte Ottenheim ist herausragender und erinnerungswürdiger Bestandteil einer Wegekette, der Verbindung von Dorf und Landschaft. Die Wege von Dorf zu Dorf, von den Feldern zum Rhein führen per Auto, zu Fuß oder über eine neue Radwegverbindung über die Neue Ortsmitte von Schwanau.

Rathausplatz – repräsentative Mitte

Der offene und steinerne Rathausplatz ist besetzt von den repräsentativen Solitärbauten des Dorfes. Er ist damit Verbindungsraum der Institutionen. Auch die katholische Kirche in zweiter Reihe und ihr wenig genutzter Garten werden angebunden: eine vorhandene Baumreihe wird ergänzt, ein Weg führt direkt in den Park. Der Platz erweitert sich weg von der Straße in die ungestörte Tiefe. Die freistehenden Gebäude Kirche und Rathaus werden als Bedeutungsträger inszeniert: die Bäume vor den Rathäusern werden entfernt, Blicke auf die Schaufassaden ermöglicht. Fahnenmasten davor verstärken den offiziellen Charakter. Bäume seitlich der Gebäude rahmen das Miteinander.

Schwan-Aue – Rückzug in dörflicher Mitte

An dem Ort des Bauhofs findet dörflicher Alltag statt: Assoziationen der Landschaft und des Dorfes – Kiesel, Gräser, Weiden, Flechtwerk, Wasser und Sand – stehen im Fokus des Bildes. Die Einheit von Haus und Hof ist räumliches Vorbild, Wohnen, Verkauf, multifunktionale Fläche und Rückzug sind hier nebeneinander möglich.

Die erhaltene winkelförmige Sandsteinmauer wird teils Gebäude, teils überdachter Freibereich. Sie fasst die neue Schwan-Aue und verdeckt den Blick auf die Trockensilos. Der hier angefügte Dorfgemeinschaftsraum bietet eine angemessene Raumhöhe und -belichtung, die nötige Distanz zum privaten Wohnen und ist barrierefrei zugänglich. Er öffnet sich zu einem von Weiden überstandenen Gräserlabyrinth, Innen und Außen greifen ineinander. Zwischen den Gräsern entstehen intime Rückzugsräume mit Spielbereichen im Sand: Kinder waschen Gold. Unter der Überdachung ermöglicht eine lange Bank wettergeschützten Aufenthalt.

Das sanierte Haus Jägerstraße 3 behält seinen kleinteiligen Wohnhaus-Charakter. Der Dorfladen Schwan-Aue im Erdgeschoss dient allen vier Dörfern gemeinsam als neue genossenschaftliche Plattform:  Selbstgebrannte Spezialitäten, Most, Rezeptbücher, Sämereien, Flechtwerk aus dem Ried werden verkauft, eine Gemüsebörse wird eingerichtet, der Laden wird zum Infopunkt der Ried-Radtouren: Viele bürgerschaftliche Ideen und Aktivitäten können hier eingebracht werden und machen den Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Mitte lebendig. Die Wohnung im 1. Obergeschoss wird über einen zur Straße orientierten Zugang separat erschlossen und erhält dort einen eigenen kleinen Garten.

Der gepflasterte Bereich vor dem Laden mit der Dorflinde ermöglicht vielfältige Nutzungen: temporäre Marktstände bilden gemeinsam mit dem Dorfladen und der Bäckerei einen Einkaufsschwerpunkt, die Flächen können aber auch Treffpunkt oder Tanzboden werden.

Beide Pole – Rathausplatz und Schwan-Aue – sind Kristallisationspunkte: Sie  bieten mit ihren Gebäuden und Freiflächen einen Rahmen, den die dörfliche Gemeinschaft in eigener Verantwortung immer wieder neu an wechselnde Bedürfnisse angepasst mit Leben füllen kann.