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Bahnhofsareal, Schriesheim

Art Mehrfachbeauftragung, 2008
Ort Schriesheim (Bergstraße)
Auslober Stadt Schriesheim
Bearbeiter H. Baurmann | M. Dürr | S. Bauer
Fachberater S. Dürr
Visualisierung N. Clauss
Modellbau W. Eichenlaub
Außenanlagen S. Helleckes
Platzierung 2. Rang

Im Luftbild stellt sich das Planungsareal als Sonderfeld dar: eine zentral gelegene, durch Straße und Schiene optimal erschlossene große, zusammenhängende Fläche bietet die Chance, im Siedlungseinerlei der Wohnhäuser einen andersartigen Standort auszuweisen. Das Areal spannt sich auf zwischen Stadteingang mit gegenüberliegender offener Feldflur und der Abzweigung zur historischen Ortsmitte.

Damit erhalten diese „Köpfe“ eine besondere Bedeutung: die südliche Schmalseite markiert den Stadteingang, die nördliche die Abzweigung zur Altstadt.

Ein neues Angebot an einer bestens erschlossenen Position setzt sich ab durch ein zusammenfassendes Grundkonzept mit optimaler Ausnutzung der wertvollen innerörtlichen Fläche und mit einer großen Körnung der Einzelbauten. Neue Wohn- oder Gewerbegebiete am Stadtrand werden dadurch vermieden.

Schiff und Burg: Zum Image Schriesheims gehört der Blick auf die Burg. Die Unverwechselbarkeit beim Durchfahren, Ankommen und hier Leben entsteht durch die Sichtbeziehung zwischen Stadt und Burg: in erster Linie bestimmt damit die Burgsicht die Positionierung neuer Gebäude.  Ebenso ist im Alltag die Überquerung von Gleisen und Bundesstraße relevant: die im Westen der B3 gelegene Erweiterung mit Schule wird über das Areal mit der Altstadt verknüpft, Baukörperstellung und das öffentliche Wegenetz begleiten  die Durchquerung: ankommende Schüler gehen zur Schule, Anwohner laufen in die Altstadt.

Das Freihalten von Erschließungs- wie Sichtachsen gliedert die Bebauung in Nord-Südrichtung. Es entstehen sieben Bausteine mit jeweils unterschiedlichen Lagequalitäten: die beiden nördlichen Blöcke erhalten ihre Adresse durch die verbindende Unterführung und die Lage Richtung Altstadt. Die drei folgenden Bausteine rahmen den Umsteigebahnhof, liegen damit am Bahnhof Schriesheim. Die beiden südlichen Blöcke liegen am Ortseingang und umfassen die Sichtfuge in Fortsetzung der burgwärts orientierten Passeinstraße.

Schiff und Bahnhof: Neben der Baustruktur ist der zweite das Areal prägende Aspekt die Verkehrsfunktion < Umsteigebahnhof >. B3 und Schienen geben den kompakten Baukörpern begleitend Raum; Busfahrspur und Umsteigeplattform belegen und bilden das inhaltliche Zentrum: zu Zeiten des bewussten Umgangs mit Ressourcen wird der öffentliche Nahverkehr eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Der Bahnhof wird häufig frequentiert und wird zu einer Image unterstützenden Adresse für Gewerbe, Dienstleistung wie Wohnen.

Um die Bedeutung und Erkennbarkeit des Verkehrsraums und -knotens für Ankommende und Abfahrende, aber auch für Vorüberfahrende räumlich hervorzuheben, erhält der Umsteigebahnhof einen signifikanten baulichen Rücken. Ein < Grünes Band > mit integrierten Schienen wird über die gesamte Länge zur großzügigen Vorzone, die die Durchquerung Schriesheims räumlich prägt.

Schiff und Bewegung: Die Durchquerung des Schiffes unterliegt unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Frequentierungen: die Fahrgäste wenden sich vom Bahnhof vorwiegend zu Fuß nach Norden: über die nördliche Kopfseite wird die Altstadt angebunden, durch die Unterführung werden die Schüler strömen. Die Pkw-Anbindung findet über die Schillerstraße statt.

Eine Sequenz von öffentlichen Räumen steuert die Fußgänger vom Bahnhof zur Altstadt: ihr Bewegungsraum verläuft parallel zum Grünen Band - gleichzeitig Abstandsraum zur B 3. Zwei konisch geformte Räume lenken von hier die Bewegung Richtung Altstadt: die Zäsur in Verlängerung der Bahnhofsstraße öffnet sich zum Blick zur Burg, integriert aber auch die Unterführung und damit die Vernetzung über die B3 und die Schienen hinaus. Der nun folgende Raum in Verlängerung der Schillerstraße ist ein öffentlicher Platz mit Cafe und einer Öffnung zum Innenhof des Hotels als Auftakt zu den Platzfolgen Richtung Altstadt.

Schiff und Funktionen oder 1/3, 1/3, 1/3: Die gewünschte Funktionsverteilung von je 1/3 Wohnen, Dienstleistung und Einzelhandel wird in der Stapelung angeboten. Pro Geschoss kann damit für die jeweilige Funktion die optimale, bedürfnisorientierte Lösung angeboten werden. Das neben der öffentlichen Verkehrsanbindung noch notwendige PKW-Aufkommen wird in gemeinsamen Tiefgaragen untergebracht. Die Lagegunst, die Adresse <Bahnhof> wird zum nachhaltigen Imageträger für alle Funktionen.

Einzelhandel / Block (EG) Die Funktion des Einzelhandels erstreckt sich pro Baustein über die gesamte Blocktiefe (Lager in den unbelichteten Bereichen), verfügt über eine Geschosshöhe von 4 m, ist vierseitig anlieferbar und ebenerdig zu erschließen: damit entsteht maximale Flexibilität in der Aufteilung der Einheiten.

Dienstleistung / Blockrand (1. OG) Die klassische Büro-Belichtungstiefe von 12 m ist mit einer Geschosshöhe von 3 m die Dimensionierungsvorgabe für die Dienstleistung im 1. OG; der Innenhof ist kontrollierter Freibereich. Zwei diagonal gesetzte Erschließungskerne ermöglichen die Bildung verschieden großer Einheiten.

Wohnen / Riegel (DG) Nord-südorientierte Wohnriegel begleiten die Sichtachsen: Zugangsadresse ist die Wohngasse, die gemeinsame Erschließung mehrerer Wohnungen im DG liegt im Norden, die Wohnräume orientieren sich nach Süden. Private Freiflächen befinden sich auf dem Blockrand des Dienstleistungsgeschosses.

Schiff und Funktionen oder Ankermieter und …..: Gegenwärtig schon bekannte „Ankermieter“ in der ansonsten offenen Belegung sind Hotel und Raiffeisenmarkt. Sie bieten konkreten Planungsbedarf, sind jeweils in den Köpfen des neuen Quartiers positioniert und beziehen sich hier auf die nahe gelegenen Funktionen.

Hotel mit Alt- und Neubau und ein Bürgertreff ergänzen die Altstadt als touristische Attraktion und markieren den Weg zum alten Zentrum. Der Innenhof verbindet das Grüne Band und den Platz Richtung Altstadt.

Der Raiffeisenmarkt ist Richtung Stadtausgang und angrenzendem Gewerbe platziert und ist damit auch für den PKW-Verkehr gut erreichbar. Über die gesamte westliche Länge des Areals wenden sich die Ausstellungsflächen und Schaufenster aller Gewerbeeinheiten der B3 und den Schienen zu und bilden damit ein wandelbares Gesicht für Passanten aller Geschwindigkeiten.

Baustein < Block >: Der Standardbaustein <Block> wiederholt sich jeweils zweifach nördlich und südlich des Bahnhofs. Pro städtebauliche Position fühlen sich unterschiedliche Zielgruppen angesprochen (z. B. näher an der Altstadt, näher am Bahnhof); pro Geschoss sind unterschiedliche Grundrissvarianten möglich.

Baustein < Riegel >: Durch seine Position direkt am Umsteigeplatz erhält dieser Riegel eine besondere Bedeutung: er markiert den neuen Bahnhof Schriesheim.  Nach Osten bildet er den räumlichen Abschluss der Theodor-Körner-Straße und einen Platz. Durch die Strukturierung des Baukörpers wird der Maßstab der angrenzenden Wohnbauten aufgenommen: das Gewerbegeschoss bildet die Basis für zweigeschossige Wohnriegel mit reihenhausartigen Maisonettewohnungen und Garten. Damit wird der Riegel zu einem wieder erkennbaren Baukörper, der zwischen Bahnhof und Wohnen  vermittelt. Die Gewerbezone im EG wird zur Ladenzeile, die sich zum Bahnhofsplatz orientiert. Die Stirnseiten der Riegel  bieten die geforderten Fahrradabstellmöglichkeiten, Park & Ride Stellplätze sind in der Tiefgarage untergebracht.

Baustein < Ortseingang >: Der südliche Baustein bildet die Schnittstelle zwischen Landschaft und Stadt; entsprechend ist hier der Raiffeisenmarkt positioniert. Die überdeckte und offene Ausstellungsfläche sowie Kundenparkplätze befinden sich im Innenhof. In den beiden Geschossen darüber haben Existenzgründer die Möglichkeit, unter einem Dach zu arbeiten und zu wohnen.