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Universitätsinstitute Alter Flughafen, Freiburg

Art Ideenwettbewerb, 1994
Ort Freiburg
Auslober Universitätsbauamt Freiburg
Bearbeiter H. Baurmann | D. Woitas
Platzierung 2. Rg
Publikationen Wettbewerbe Aktuell 10/1994

Wir verstehen unsere Arbeit als grundsätzliche Anregung, über Formen und Organisationsmodelle der modernen Universität nachzudenken. Die städtebauliche Integrierung eines so großen Bereichs in eine vergleichsweise kleine Stadt wie Freiburg lässt sich nach Vorbildern Ausschau halten. Das moderne Bauen in Freiburg ist maßgeblich geprägt durch die Errichtung des Kollegiengebäudes II durch Otto Ernst Schweitzer in den fünfziger Jahren.

Seiner Idee liegt der Gedanke an das "sehr große Gebäude" zugrunde, der auch die vorliegende Arbeit charakterisiert.

Der erste Bauabschnitt bildet den Eingang des neuen Quartiers aus. Das ehemalige Stabsgebäude bleibt als Hinweis auf die Geschichtlichkeit des Ortes erhalten und nimmt Verwaltungsfunktionen auf. Ihm gegenüber befinden sich fünf Wohnriegel mit unterschiedlichen Nutzungen von studentischem Wohnen bis zu Gastdozenten-Appartements. Die Lage am Eingang zum Quartier lässt sie als Bindeglied zwischen Stadt und Universität erscheinen; zugleich sichert diese Lage ihnen einen unkomplizierten Zugang, ohne den Universitätscampus durchqueren zu müssen. Hier befindet sich auch ein Großteil der Parkplätze, so dass der Campus für auswärtigen Autoverkehr gesperrt bleiben kann.

Die zentralen Einrichtungen sind entlang der Haupterschließungsachse einem Mini-Cluster ähnlich ausgebildet und definieren die neue Campus-Mitte. Durch diese Lage sind sie von allen Instituten gut erreichbar. Ihnen zur Seite wird in einer späteren Ausbaustufe ein zweiter Wohnkomplex errichtet, der durch seine Ausrichtung auf die Campus-Mitte diesem Teil zusätzliches Gewicht verleiht. Von hier aus sind die Unterführung und die geplante S-Bahn-Situation gut erreichbar.

Die Frage, in wie weit das Konzept der europäischen Stadt-Universität, das durch die Freiburger Universität repräsentiert wird, im Gegensatz zum amerikanischen Campus für eine moderne Universitäts-Erweiterung tragfähig ist, führt zu dem Schluss, die neuen Fakultäten als "sehr große Gebäude" auszubilden und bausteinartig entlang einer zentralen Versorgungs- und Erschließungsachse zu installieren. Diese einzelnen "Cluster" bilden für sich abgeschlossene, autarke Systeme, deren räumliche Qualitäten zunächst in ihrer Introvertiertheit zu finden sind. Diese Cluster definieren zunächst nur den Rahmen für alle baulichen Maßnahmen auf dem Campus. Ergänzt werden sie um die Zentralen Einrichtungen wie Mensa, Bibliothek und Hörsäle, so dass sich im Hinblick auf die anzusiedelnden Fakultäten der Vergleich mit einer Platine aufdrängt. Durch die präzise Form dieser Cluster und ihre Lage auf der Platine wird eine Vielzahl unterschiedlicher Außenräume ausgebildet, die dem Gebiet in jeder Ausbaustufe eine spezifische Identität sichern. Die Orientierung innerhalb des Campus ist einfach, da jeder Cluster eine andere Fakultät aufnehmen und als separater Bauabschnitt gelten kann. Er ist über eine stufenweise realisierbare innere Organisation außerdem in der Lage, den unterschiedlichen Nutzeransprüchen Rechnung zu tragen. Somit zeigen die dargestellten Cluster nur einige aus vielen inneren Organisationsmöglichkeiten auf.

Die Gebäude der Fakultät für Mikrosystemtechnik und für Informatik weisen die gleichen Merkmale wie die nachfolgenden Cluster auf: ein präziser Block nach außen, im Innern durch stark durchgrünte Höfe und verschiedene Niveaus gegliedert. Die einzelnen Geschosse sind auf der Grundlage größtmöglicher Flexibilität und Nutzungsvielfalt entwickelt. Besonderer Wert wird auf eine Durchmischung der Funktionen von wissenschaftlichem Betrieb und Laboratorien gelegt; aus diesem Grund sind die Laborhallen für die Versuchsanordnungen den Institutsräumen benachbart. Jeder Cluster weist eine eigene Verwaltungsschiene auf und trägt damit der Forderung nach abschnittsweiser Errichtung ebenso Rechnung wie nach kurzen Wegen.

Das Grünkonzept entspricht dem Platinen-Gedanken: die Cluster stehen auf einer durchgehenden Grünfläche und sind selbst stark durchgrünt (Höfe, Gründächer). Die Durchströmung mit Frischluft ist in allen Richtungen, insbesondere vom Flugfeldbereich her, gewährleistet. Die Vegetation auf dem Campus soll der umliegenden, ortstypischen Vegetation entsprechen. Die Parkflächen erhalten durch eine regelmäßige Baumstellung ebenfalls den Charakter eines (Grün-)Clusters.