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Sanierung Rintheimer Feld, Karlsruhe

Art Studie, 2010
Ort Karlsruhe-Rintheim
Auslober Volkswohnung GmbH
Bearbeiter H. Baurmann | M. Dürr | M. Becker | O. Neufeld
Fachberater S. Dürr
Visualisierung M. Becker

Die im Volksmund „Kathedralen“ genannten Baukörper im Rintheimer Feld weisen eine charakteristische Silhouette auf, die unbedingt erhalten bleiben sollte. Daher darf die primäre Form der Baukörper nicht oder nur wenig verändert werden, insbesondere die Dachform birgt einen hohen Wiedererkennungswert.

Adresse

Entscheidend für die Qualität des Wohnens in einem grossen Haus ist die Adressbildung. Die vorhandenen Erdgeschosse werden daher zum Freiraum hin geöffnet, die Entrées vergrössert, unnötig schmale Gänge verbreitert, Angstzonen beseitigt. Freundliche, haptische Materialien wie Holz und Glas signalisieren dem Ankommenden, willkommen zu sein.

Balkone

Die Gebäude weisen eine Vielzahl von einzelnen, kleinen Balkonen auf, die die dahinterliegenden Wohnräume stark verschatten. Damit mindern die Balkone die Wohnqualität, statt sie zu erhöhen, zudem sind die Austritte aufgrund ihrer Kleinheit kaum nutzbar. Im Zuge der Fassadensanierung sind die zahlreichen Kältebrücken am Übergang von Boden, Wand und Balkonen zu dämmen, die neuen Balkone werden als separate Einheiten vor die Fassaden gestellt.

Fenster

Die bestehenden Fenster weisen vielfältige Mängel auf und sind im Zuge der energetischen Fassadensanierung zu ersetzen. Dabei sollte auch über eine partielle Vergrösserung der Fensterflächen nachgedacht werden, da die Wohnräume teilweise mangelhaft belichtet sind. Durch das Ausbrechen von Fensterbrüstungen kann der Wohnwert ohne grossen Aufwand gesteigert werden.

Fassade

Die bestehende Faserzement-Schindelverkleidung stellt zwar ein Charakteristikum der Wohnsiedlung dar, ist aber asbestbelastet und entspricht in energetischer Hinsicht nicht mehr dem heutigen Standard. Sie ist durch ein modernes Wärmedämm-Verbundsystem zu ersetzen, das den Gebäudekörper vollständig und kältebrückenfrei umschliesst.

Austritt auf Zeit

Viele Bewohner wissen zwar die Qualitäten eines kleinen Balkons zu schätzen, machen aber nur selten Gebrauch davon. Eine feststehende Konstruktion hat den Nachteil der Raumverschattung. Abhilfe schaffen hier flexible Lösungen wie ausklappbare und einfaltbare Balkon-auf-Zeit-Systeme. Schöner Nebeneffekt: auch die Fassade verändert sich im Laufe der Tageszeiten.

Loggien

An den Stirnseiten der Gebäude werden gestapelte Loggien angebracht, die den Wohnwert der Kleinwohnungen erheblich steigern. Zugleich stärken sie das Profil der Baukörpergliederung, im Gegensatz zu den jetzigen, willkürlich auf allen Seiten der Gebäude verteilten Balkonanlagen. Die klimatische Regulation erfolgt über ein System aus handelsüblichen Lamellenfenstern mit manueller Lüftung.

Decks


Das Schönste am Hochhaus ist der Ausblick. Die horizontalen Dachflächen sollten den Bewohnern partiell zugänglich gemacht werden, um die Identifikation mit den Gebäuden zu erhöhen. Hier oben, fern dem Erdboden, entstehen geschützte, uneinsehbare Paradiese.

Farbe

Farben sind wichtig für unsere Stimmungslagen. Das darf nicht missverstanden werden: „bunt“ bedeutet nicht „fröhlich“. Eine differenzierte Farbigkeit dagegen schafft eine höhere Verbundenheit der Bewohner mit ihrem Quartier. Auch die Farben der Natur - Blüten und Bäume - gehören berücksichtigt.

Grüner Teppich

Einen entscheidenden Faktor bei der Umgestaltung des Rintheimer Feldes stellt das Feld selbst dar, also der Freiraum. Die Bewohner einer Hochhaussiedlung nehmen den Freiraum anders als der normale Stadtbewohner wahr: zumeist von oben. Einem grünen, ornamental gewobenen Teppich gleich offenbart sich die komplexe Ästhetik der Gesamtanlage erst aus der Vogelperspektive.

Vertikale Gärten

Einblick und Ausblick - das wichtigste Thema menschlichen Wohnens erfährt in einem Hochhaus einen besonders hohen Stellenwert. Der Balkon als geschützter Freiraum auf der Etage ist Austritt und Rückzugsort zugleich. Ein vertikaler Garten schafft den nötigen Schutz und zugleich eine identitätsstiftende Verbindung zwischen den Gebäuden. Die Differenzierung erfolgt im Wechsel der Jahreszeiten durch die Bepflanzung selbst: heute blüht mein Haus, morgen vielleicht schon deins.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit einer Idee zu berechnen ist ein schwieriges Unterfangen; es versagt, wenn es wie beim Wohnen um menschliche Befindlichkeiten geht. Alle vorgeschlagenen Massnahmen sind leicht umsetzbar; sie bedingen einander nicht, können also als einzelne Module sofort Verwendung finden oder in mehreren Abschnitten ergänzt werden.