ProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbild
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche

Haus Kurpfalz, Wiesloch

Art Mehrfachbeauftragung, 2002
Ort Wiesloch
Auslober Kurpfalzhaus, Wiesloch
Bearbeiter M. Dürr | J. Schmitz | E. Walter
Modellbau W. Eichenlaub
Platzierung 2. Preis

Auf dem bestehenden Grundstück wird nach Abwägung aller Vor- und Nachteile der 3 Varianten der Bestand abgerissen und ein Neubau errichtet. Der Ort bleibt erhalten - seine Topographie, sein Bezug zum Wasser, die Bäume, seine Atmosphäre, die Infrastruktur, das soziale Umfeld.

Der Neubau schafft zwar andere räumliche Beziehungen und interpretiert den Ort neu, aber die Lage des Ortes in seiner Umgebung besteht weiter (und sollte die eigentliche Identifikation der Wieslocher Bevölkerung mit dem Altenzentrum ausmachen).

Städtebau

Der Neubau nimmt städtebaulich die Geschossigkeit der südlichen und westlichen Nachbarbebauung auf. Das große bauliche Volumen wird in kleinere Einheiten aufgeteilt und reagiert damit auf die anschließende Einzelhausbebauung im Norden und Osten. Der Neubau vermittelt zwischen beiden Bebauungen und bildet ein Zentrum an diesem Ort. Das kleine Wäldchen im Norden bleibt erhalten und prägt weiter die "Straßenansicht". Die Ansicht von Süden über den Leimbach wird durch den Mittelbau, der parallel zum Bach liegt, und den angegliederten "Wohnbauten", die in der Höhe nach Osten hin abnehmen, gebildet. Das Erdgeschoss löst sich dabei vom übrigen Baukörper und macht durch seine Offenheit das Gelände vom Hang bis zum Bach erlebbar.

Erschließung

Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über die vorhandene Straße, die von der Gartenstraße in die Erdgeschossebene führt. Die Parkplätze im nord-westlichen Bereich des Grundstücks bleiben erhalten. Die Stellplätze der Sozialstation liegen in ihrer unmittelbaren Nähe. Die einzelnen Baukörper werden sowohl vertikal als auch horizontal über den Mittelbau erschlossen, der im Erdgeschoss den Charakter einer Durchgangsstraße hat. Der Haupteingang liegt im Osten, im Westen der Zugang für die Anlieferung (mit direkter Anbindung zum Kellergeschoss).

Funktionen

Der Neubau ist funktional ähnlich einem Straßenzug aufgebaut, der sich auch vertikal entwickelt. Es gibt die Straße - den Mittelbau. An dieser Straße liegen im EG die öffentlichen Einrichtungen, wie Arzt, Physiotherapie, Sozialstation, Café und Andachtsraum. Das Erdgeschoss bildet das kommunikative Zentrum. In den vier Obergeschossen liegen die Wohnungen (Pflegegruppen und betreute Wohnungen) an der Straße. Deren Eingänge werden immer durch einen Platz (Balkone) betont. Der Platz bedeutet Aufweitung und Belichtung der Straße bzw. Ausblick. Auf dem Weg zu den Wohnungen liegen die Serviceleistungen, wie Pflegebad, Schwesternzimmer mit medizinischem Arbeitsplatz, Therapieräume etc. Pro Geschoss ergeben sich für das Alten- und Pflegeheim 3 Pflegegruppen mit zweimal 11 und einmal 10 Bewohnern. Die einzelnen Pflegegruppen können auch zu einem Wohnbereich mit insgesamt 32 Bewohnern zusammengefasst werden. Die Aufteilung bzw. die Zusammenlegung der Pflegegruppen innerhalb eines Geschosses lässt alle Betreuungsformen offen. Durch die direkte Angliederung der betreuten Wohnungen an das Alten- und Pflegeheim kann Erschließungsfläche gespart werden. Es wird kein weiteres Treppenhaus mit Aufzug benötigt. Trotz dieser Maßnahme bleibt das Wohnhaus eigenständig und hat eine eigene Adresse. Insgesamt ist der Neubau - trotz des Abrisses - eine sehr wirtschaftliche Lösung, was die Verhältniszahlen unterstreichen, und bildet mit seinen funktionalen Zuordnungen ein den zukünftigen Erfordernissen entsprechendes soziales Zentrum für ältere Generationen.