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Grundschule mit Kindergarten, Wiesloch

Art Realisierungswettbewerb, 1995
Ort Wiesloch
Auslober Stadt Wiesloch
Bearbeiter H. Baurmann
Platzierung 2. Rg
Publikationen Wettbewerbe Aktuell 6/1995

Schule als ein Ort, der zwei scheinbar gegensätzliche Funktionen erfüllt: ein Ort als Vorbereitung auf das (Erwachsenen-) Leben einerseits, andererseits ein Hort freien, also folglosen Denkens und Handelns zu sein - das ist der Hintergrund, vor dem eine architektonische Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgen sollte.

Die Forderung des Auslobers nach einer Grundschule mit Erweiterung, einem Kindergarten mit Tagesbereich und einer Turnhalle findet baulich Ausdruck in drei voneinander unabhängig funktionierenden Baukörpern, deren Stellung zueinander einen Raum, den Schulhof, ausbildet. In sich sind diese Baukörper wiederum dreigeteilt: die Grundschule in den Klassentrakt, die Verwaltung und die dazwischenliegende Pausenhalle; der Kindergarten in den Tagesbereich, die Gruppen- und die Funktionsräume mit dazwischengeschalteter Spielstraße; die Turnhalle in das Spielfeld, den Geräte- und den Funktionsbereich mit Duschen und Umkleiden.

Diese strikte funktionale Trennung führt zu einer eindeutigen Orientierung und differenzierten Baukörperausformungen. Es ist daran gedacht, den einzelnen Baukörpern statt eines unkontrollierten Material-Mix möglichst eindeutige Materialien zuzuordnen, was durch die weitgehende Trennung von Tragwerk und Fassade erleichtert wird. Sämtliche Materialien sollen weitgehend unbehandelt zum Einsatz kommen: Stahl und Glas für die Pausenhalle, die Klassenfassaden mit Stülpschalung, der Kindergarten mit Holzplattenverkleidungen, der Verwaltungsbereich aus Mauerwerk, Decken aus Sichtbeton, die Sporthalle aus Stahl und Holz, sämtliche innere Einbauten aus Holzwerkstoffen.

Räumlich gesehen bietet die Pausenhalle in Verbindung mit dem Schulhof eine hohe Aufenthaltsqualität, gleichzeitig ermöglicht sie eine abwechslungsreiche Gestaltung des Schuljahres durch Ausstellungen, Veranstaltungen etc. Mit drei Eingängen von Norden, Westen und Osten bietet sie den aus unterschiedlichen Wohngebieten ankommenden Schülern einfach Zugangsmöglichkeiten und verknüpft die Grundschule mit dem Tages- und Versorgungsbereich des Kindergartens.

Da diese Verbindung auf zwei Ebenen erfolgt, ist auch ein externer Zugang des angeschlossenen Horts während der Kernzeitbetreuung gewährleistet. Auf eine besondere bauliche Ausformung dieses Bereichs wurde im Hinblick auf die vergleichsweise geringe Frequentierung von nur 6% der Kinder bewusst verzichtet.

Die linear angeordneten, flexibel aufteilbaren Klassenräume orientieren sich nach Süden, was eine optimale Belichtung während des Unterrichts gewährleistet. Ihnen vorgeschaltet sind direkt zugängliche Klassengärten, begrenzt von einem Baumfilter als Immissionsschutz zur Südtangente hin. Über die Pausenhalle ist eine Dauerbelüftung der Klassenräume vorgesehen, die auf einfachste Weise unabhängig von der Außentemperatur für stete Frischluftzufuhr sorgt.