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Fachhochschule, Remagen

Art Ideenwettbewerb, 1996
Ort Remagen
Auslober Staatsbauamt Koblenz
Bearbeiter H. Baurmann
Außenanlagen T. Göbel-Groß
Platzierung 2. Rg
Publikationen Wettbewerbe Aktuell 9/1996

Der Neubau der Fachhochschule in Remagen liegt am Rande der Stadt im Übergangsbereich von Siedlung und offener Landschaft. Die Überlegungen zum Ort konzentrieren sich daher zunächst auf die Frage, wie die komplexen Baumassen der Schule in die überaus kleinteilige Siedlungsstruktur einerseits und das offene, äußerst empfindliche Landschaftsbild andererseits integriert werden können.

Die Nähe des Rheins mit seiner spezifischen Auenvegetation führt zu der Konzeption eines lichtdurchfluteten Waldes aus Zitterpappeln, dessen rasterförmige Ausbildung Bezug nimmt auf die agrarwirtschaftlichen Flächen der Umgebung. Dieser künstlich angelegte Pappelhain bildet den Rand der Hartholzaue aus und bietet der Schule durch sein hohes, lichtes Baumdach Schutz. Durch den Säulenwald heller und schlanker Baumstämme bleibt die Landschaft der Rheinauen erkennbar, der jahreszeitliche Wechsel in der Bebauung gewährleistet eine optimale Verschattung bzw. Belichtung. Die auentypische Artenwahl lässt einen hochwertigen Biotop entstehen, der die umfangreichen baulichen Eingriffe zu kompensieren vermag.

Der Hochschulkomplex wird über den Verlauf der Von-Cramm-Strasse beidseitig erschlossen. Südlich der Südallee liegt der große Parkplatz, erweiterbar auf rund 300 Stellplätze; der nördliche Zugang wird von öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Aus diesen übergeordneten Gegebenheiten resultiert die Ausbildung der Hochschule als Großform ohne Rückseiten, baulich untergliedert in die Fakultätsgebäude, die mittige, platzartige Erschließung und den Zentralbereich mit Hörsälen, Bibliothek, Verwaltung, Rechenzentrum und der südlich vorgelagerten Mensa.

Der Campus ist reine Fußgänger- und Radfahrerzone; Notverkehrswege und Anlieferung sind über den geschotterten Belag der Waldfläche gewährleistet. Caféteria und Mensa öffnen sich über Terrassen in Richtung Rheinauen; hier sind umfangreiche Versickerungsflächen, dem natürlichen Gefälle folgend, angelegt. Die Geländebewegungen, werden durch den Verzicht auf Unterkellerung weitgehend minimiert, der Fundamentaushub kann zur Egalisierung der Geländeoberfläche eingesetzt werden. Erweiterungsflächen befinden sich im westlichen Bereich und lassen einen Ausbau der Hochschule zu.

Die einzelnen Fachbereiche befinden sich in einer kammförmigen Grundstruktur mit tiefen Innenhöfen; die durchgehend zweigeschossige Anlage gewährleistet eine gute Belüftung des Areals. Über einen Kopfriegel, der die Nebenfunktionen aufnimmt, und die zwischengeschalteten Erschliessungshallen sind die einzelnen Fakultäten untereinander verbunden. Sie werden in der südlichsten Spange um die Flächen des Innovationsbereichs ergänzt. Gegenüber liegen die zentralen Einrichtungen in Form eines platzbildenden Riegels mit der Mensa als Kopfbau. Die öffentlich zugänglichen Hörsäle liegen im Erdgeschoß und ragen in den Pappelhain, der über Kopf- und Bodenfensterbänder erlebbar bleibt. Verwaltung, Rechenzentrum und Bibliothek bilden das Obergeschoss aus und sind jeweils separat erschlossen.