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Feuerwehrzentrum, Ettlingen

Art Realisierungswettbewerb, 1998
Ort Ettlingen
Auslober Stadt Ettlingen
Bearbeiter H. Baurmann | U. Rothe | A. Jäkel
Modellbau B. Barkemeyer | A. Brandes
Platzierung 3. Preis

Die unmittelbare Umgebung des Grundstücks für die zukünftige Feuerwehr Ettlingen ist gekennzeichnet durch die typische Struktur eines Gewerbegebiets: großflächige Bebauung, die zumeist nicht straßenraumbildend ist, sowie weiträumige, gewerblich genutzte Freiflächen prägen den Ort.

Folgt man der Biegung der Hertzstraße von Ettlingen kommend, ist der Übergang von der Gewerbestruktur zur offenen Landschaft mit Blick auf den Schwarzwald besonders charakteristisch.

An diesen Vorgaben orientiert sich der Entwurf: in Analogie zu den Solitärbauten der Stadtwerke sowie des Reiterhofs verhält sich das Gebäude orthogonal zur Krümmung der Straße. Der Neubau der Feuerwehr besetzt die südliche Grenze des städtischen Grundstücks. Es gelingt auf diese Weise, die für den reibungslosen Feuerwehrbetrieb notwendigen Freiflächen sinnvoll anzuordnen.

Der skulpturale Gebäudekörper gliedert den Außenraum, sodass die umgebenden Freibereiche klare Zuordnungen erhalten: dem Foyer vorgelagert befindet sich der Eingangsbereich für Besucher und die zum Einsatz kommenden Privat- Pkw bzw. Fahrräder. Am nördlichen Ende des Grundstückes liegt die Alarmausfahrt, die sowohl von aus- als auch einrückenden Feuerwehrfahrzeugen benutzt wird. Der Winkel aus Fahrzeughalle und Gerätewarte/ Werkstattbereich formuliert den rückwärtigen Werkstatthof, an den sich der Übungshof anschließt. An der Südseite wird eine geschützte, dem Werkstattbetrieb abgewandte Zone ausformuliert, von der aus die auf dem langen Gebäuderücken liegenden Wohnungen erschlossen werden. Baumreihen aus Pappeln bzw. Ahorn bilden als Gegenüber zum Gebäude die Raumkanten der unterschiedlichen Freiräume aus.

Die differenzierten Anforderungen an ein Haus für die Feuerwehr stehen insbesondere unter dem Bild der Schnelligkeit: reibungslos müssen die Wege vor allem der Feuerwehrleute bei einem Einsatz funktionieren. Das Herzstück des Werkstattbereichs, die Waschhalle, wird von den meisten Werkstattfunktionen angedient; mit möglichst geringem Aufwand an Transportwegen sollten die Fahrzeuge nach einem Einsatz gereinigt und neu bestückt werden können.

Die fünf unterzubringenden Bereiche werden entsprechend ihrem Verhältnis zum laufenden Feuerwehr- betrieb in drei verschiedenen Gebäudetrakten zusammengefasst. Diese drei in sich abgeschlossenen, autarken Bereiche werden zueinander gefügt und bilden so die Grundform des Gebäudes. Verzahnt werden sie von der Bewegung des dreigeschossigen Gebäuderückens, der – beginnend im Foyer und die Länge der Schlaucheinheit aufgreifen - in die Höhe des Turmes übergeht. Die Komplexität der inneren Verknüpfung lässt eine expressive, die Funktion der Feuerwehr unterstreichende Gebäudeform mit hohem Identifikationswert entstehen.

Der Neubau der Freiwilligen Feuerwehr wird als massiver Baukörper in Erscheinung treten, der an wenigen Stellen mit transparenten bzw. transluzenten Fassaden einen starken Kontrast aufbaut: Fahrzeughalle und Foyer sind von der Hertzstraße weitestgehend einzusehen. Das Innere des Gebäudes, sein Gerät wird somit selbst zur Fassade, das eigentliche Haus wird zum Rahmen seines Inhalts.