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Erweiterung Architekturmuseum, Augsburg

Art Realisierungswettbewerb, 1995
Ort Augsburg
Auslober Arno-Buchegger-Stiftung
Bearbeiter H. Baurmann
Außenanlagen A. Buchmüller
Platzierung Engere Wahl
Publikationen Baumeister 5/1995
Bauwelt 13/1995
Wettbewerbe Aktuell 4/1995

Die Neugestaltung des Gartens der Villa Buchegger erfolgt nach antithetischen Gesichtspunkten. Stand zur Zeit der Erbauung das Konzept der Gartenstadt mit den primär als Nutzgarten ausgebildeten Grundstücken im Vordergrund, ist die zukünftige Funktion als öffentliche und halböffentliche Fläche in Verbindung mit dem Architekturmuseum Schwaben eine grundlegend andere.

Es stellt sich die Frage nach der Angemessenheit der Mittel unter Berücksichtigung der neuen Nutzerschicht.

Führende Künstler der Land-Art haben deutlich gemacht, dass Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung Architektur mit anderen Mitteln ist. Form und Funktion sollten sich wie im Innen- so auch im Außenraum entsprechen. Wir schlagen daher vor, den Neubau des Ausstellungsraumes inmitten eines - nach europäischen Maßstäben - „Anti-Gartens“, einer Kiesfläche, zu platzieren, und machen damit das „Ausstellen“ selbst zum Thema. Erschlossen über einen Steg von der höher gelegenen Schießstättenstraße wird der Bau über ein Betonband mit der Terrasse der Bucheggervilla verbunden. Der Baumbestand wird vollständig erhalten, die Geländemodellierung nur wenig verändert.

In umgekehrter Form tauchen Elemente des alten Gartens wieder auf: die Orthogonalität des ursprünglichen, nie vollständig verwirklichten Gestaltungsplans spiegelt sich in der Wegeachse, die - entsprechend den Holzpfählen der alten Terrasse - von Betonstelen flankiert als leicht erhöhtes Band den Kiesbelag vom Rasen trennt. Die Spaliergitter der Villa, keine bloße Zutat, sondern charakteristisches Gestaltungselement der Gartenstadt, finden sich wieder in den vorgehängten Holzgitterstrukturen des Ausstellungskubus aus Glas; der Unterteilung des alten Gartens in Zier- und Nutzfläche entspricht die Abgrenzung von öffentlichem zu halböffentlichem Raum, wobei der bestehende Visierbruch durch eine Betonkante überhöht wird.

Der Ausstellungsbau ist ein betont einfacher, zweigeschossiger Kubus, dessen Glashaut grünlich schimmert. Der Besucher betritt ihn über eine Brücke und gelangt durch das Foyer mit Kasse und Garderobe in den stützenfreien, nutzungsneutralen Ausstellungsraum, der über dem Park zu schweben scheint. Der Garten ist über eine einläufige Treppe zu den Archiv- und Nebenräumen erreichbar; auf der unteren Ebene befindet sich auch die Anlieferung größerer Exponate, die von der Thelottstraße aus erfolgen kann.

Materialien werden sparsam und möglichst unbehandelt eingesetzt: Beton, Stahl, Glas, dazu die vorgehängten Holzlamellen, die das Bild einer geschichteten Fassade erzeugen. Die Kiesfläche gibt dem Bau die Stellung eines Solitärs; ebenso wird die Villa als Solitär betrachtet, was durch den sie umgebenden Belag aus Basaltlava deutlich wird. Durch die Lage des Neubaus auf dem Grundstück bleibt der Blick auf die Villa von allen Seiten unverstellt, gleichzeitig tritt der Ausstellungsbau über die alten Achsbezüge mit ihr in Dialog. Die Kiesfläche dient als erweiterter Ausstellungsraum und wird so Teil des Hauses.