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Kath. Gemeindezentrum Heilig-Geist, Balingen

Art Realisierungswettbewerb, 2008
Ort Balingen
Auslober Kath. Kirchengemeinde Heilig-Geist
Bearbeiter H. Baurmann | M. Dürr | S. Gerstenberg | N. Clauss
Visualisierung Stuchlik 3D
Modellbau W. Eichenlaub
Außenanlagen S. Helleckes
Platzierung

Engere Wahl

Publikationen competionline 19.05.2008

Untersucht man die städtebaulichen Rahmenbedingungen des Wettbewerbsgrundstücks, fällt auf, dass es sich bei dem Gelände um eine typisch innerörtliche Insellage handelt. Die rudimentäre, heterogene Randbebauung der Kleemeisterstraße legt überdies nahe, mit dem neuen Ensemble aus Gemeindehaus und Kindergarten eine Raumkante zu formulieren, die auch den bestehenden Altgebäuden Halt gibt.

Die Mauer: Durch die Errichtung von zwei voneinander unabhängigen Bauabschnitten ist die Nutzung des jeweiligen Grundstückteils vorgegeben: im Norden schirmt der Kindergarten die Insel gegen das von Gewerbe durchsetzte, locker bebaute Siedlungsgebiet ab, im Osten bildet die Außenwand des Gemeindehauses zusammen mit dem abfallenden Straßenraum eine deutliche Begrenzung Richtung Fluss. Verstärkt wird der Topos des „Gemeindeschiffs“ noch durch die Ausbildung einer zusammenschließenden Mauer, die den Freibereich des Kindergartens gegen die Straße abschirmt und die einzelnen Teile des Gemeindezentrums auch sichtbar miteinander verbindet. Die Durchwegung dieser Mauer stellt ein eigenständiges, reizvolles Thema dar.

Der Gemeindeplatz: Gemeindehaus, Kirche und Pfarrhaus bilden in ihrer Mitte den Gemeindeplatz aus, während der Spielbereich des Kindergartens etwas tiefer sich nach Norden hin entwickelt. Der Eingang für die Kinder liegt verkehrsgünstig im Norden, damit eine ungestörte Anfahrt möglich ist. Die Stellplätze des Gemeindehauses befinden sich im Untergeschoss, von der Kleemeisterstraße aus ebenerdig anfahrbar. Der innere Kirchplatz ist sowohl von Süden, von der Paulinenstraße, als auch von Osten aus zugänglich.

Das Gemeindehaus: Das Gemeindehaus öffnet sich mit Saal und Sitzungsräumen sowie seinem Foyer zum Gemeindeplatz; bei Festen kann die Saalfassade ganz geöffnet werden. Die Jugendräume befinden sich im Obergeschoss und sind separat von außen zugänglich, dadurch ist bei mehreren Veranstaltungen auch eine vollständige Aufteilung des Gebäudes möglich. Zusätzlich verfügen die Jugendräume über eine attraktive Freifläche im Obergeschoss.

Der Kindergarten: Der Kindergarten wird ebenfalls durch die große Geste der alles umspannenden Mauer verortet. Er gliedert sich in einen steinernen öffentlichen Teil und einen Holzbaukörper, der die einzelnen Gruppenräume aufnimmt. Mit seinen Wegen und Plätzen, Gassen und Lufträumen ist der Bau für die Kinder ein charaktervolles Gehäuse im Sinne einer kleinen Stadt. Die nördliche Grundstücksspitze wird durch den „Bug“ der Mauer beschrieben; hier sind der Mehrzweckraum, die Kreativräume, die Küche sowie ein geschützter Freibereich untergebracht. Der nach Süden orientierte Spielbereich schafft die nötige Distanz zum Gemeindehaus.

Die Materialien: Gemeindehaus und Mauer sind, der örtlichen Tradition folgend, mit einer Fassade aus bruchrauhem Travertin versehen, die Fenster sind aus Eichenholz mit Aluminiumschalen. Alle Dächer werden extensiv begrünt, die Dachterrassen mit Douglasiedielen belegt. Die Böden sind aus naturbelassenen Materialien wie Naturstein, Eichenholz und Linoleum, der Kindergarten wird zum großen Teil in Holztafelbauweise erstellt.

Das Energiekonzept: Das energetische Konzept des Gemeindezentrums orientiert sich an nachhaltigen, ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen sinnvollen Überlegungen. Beheizt werden die Gebäude mittels Wärmepumpe und Niedertemperatur-Fußbodenheizung, Brauchwasser wird mittels Solarenergie erwärmt. Die großen Dachflächen eignen sich zur Stromgewinnung durch Photovoltaik. Hochgedämmte Hüllflächen helfen, die Energieverluste gering zu halten. Die massive Bauweise schafft ein hervorragendes Raumklima durch große Speichermassen, die einer starken Aufheizung im Sommer bzw. Auskühlung im Winter entgegenwirken. Die Unterhaltskosten sind aufgrund der kompakten Gebäudeform optimiert. Sämtliches Oberflächenwasser wird gespeichert oder zur Versickerung gebracht.