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Wohnhaus Prinzenweg, Karlsruhe-Rüppurr

Ort Karlsruhe-Rüppurr, Prinzenweg
Projektleitung H. Baurmann
Bearbeiter J. Hakenjos
Bauleitung H. Baurmann
Planung 2005 - 2006
Realisierung 2006 - 2007
Fotos S. Baumann, bild_raum
Nutzfläche 300 m2 
BRI 1127 m3 
Leistungsphasen 1 - 8
Auszeichnungen

Das Goldene Haus 2008, Anerkennung

Publikationen Besser bauen, besser wohnen, S. 14, München 2015

bauidee, Nr. 3/10, S. 10, Heidelberg 2010
Das Haus, Nr. 12/08, S. 24, München 2008

Ein Wohnhaus aus den fünfziger Jahren sollte für eine vierköpfige Familie saniert werden. Neben der Erneuerung der Oberflächen und der Bäder waren der Speicher auszubauen, das Erdgeschoss zu erweitern und die Zugangssituation zu verbessern - alles verteilt auf mehrere Bauabschnitte, da das Haus während der Arbeiten bewohnt blieb.

Das ausgebaute Dachgeschoss dient den Eltern als Schlaf- und Arbeitsetage; hier wurde neben dem Schlafzimmer mit Ankleide ein Duschbad, eine Bibliothek und ein Arbeitsplatz eingerichtet. Aus dem engen Speicher ist nunmehr ein angenehmer Aufenthaltsbereich geworden.

Die Anbauten im Erdgeschoss verbessern den Zugang und die Verbindung zum Garten. Ging man früher frontal auf den Hauseingang zu, verbirgt sich die Haustür nun seitlich in einem würfelförmigen, mit silbrig schimmerndem Aluminium verkleideten Kubus, der wie ein eratischer Block vor die Fassade gestellt scheint. Nur wenige Quadratmeter sind durch den Anbau dazugekommen, doch diese leiten ein völlig neues Raumkonzept ein: das des offenen, fliesenden Raumes.

Passiert man die Lärchenholztür, durchschreitet man den Treppenraum und erlebt die einzelnen Raumschichten in gestaffelter Form, was dem kleinen Haus eine überraschende Großzügigkeit gibt. Wo früher die Gästetoilette mit Garderobe jede räumliche Entwicklung unmöglich machte, sorgt jetzt ein leerer Raum für Weite und bildet das Zentrum des Hauses. Die alte, geschwungene Holztreppe erfährt eine späte Würdigung, und auch der (ebenfalls belassene) Kellerabgang fügt sich ganz selbstverständlich in den neuen Kontext ein. Toilette und Garderobe sind im Windfang-Kubus verborgen, die Küche ist über eine Glastür abgetrennt.

Das ehemalige Wohnzimmer ist nunmehr Durchgangsraum, denn der gartenseitige Anbau, anstelle der alten Terrasse, bildet - ein paar Stufen tiefer und damit deutlich abgesetzt - den neuen Wohnbereich aus. Dessen Erschließung über den Essbereich und eine nicht sofort sichtbare Treppe verleiht dem oberen, dem Fernsehen vorbehaltenen Raum eine galerieartige Atmosphäre. Auch das unterstützt die angestrebte "Großzügigkeit im Kleinen".

Entstanden ist ein Haus, dessen Wohnfläche um weniger als 20 qm erweitert wurde, und das dennoch kaum wiederzuerkennen ist. Es vermittelt ein Wohngefühl, das nichts mehr zu tun hat mit der vormaligen Enge und Abgeschlossenheit. Die wenigen, punktuell vorgenommenen Maßnahmen verleigen dem kleinen Haus eine überraschende, wohltuende Großzügigkeit.