ProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbildProjektbild
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche
Bildschaltfläche

Modeboutique Staudt, Karlsruhe

Ort Karlsruhe, Waldstraße
Bauherr Staudt - Mode und Accessoires
Projektleitung H. Baurmann
Bearbeiter J. Lindenmann
Bauleitung H. Baurmann
Planung 2001 - 2002
Realisierung 2002
Fotos S. Baumann, bild_raum
Nutzfläche 125 m2 
Leistungsphasen 1 - 8
Publikationen Einbaumöbel, S. 11, DVA München, 2008
AIT Architektur Innenarchitektur Technik Nr. 10/02, S. 51, Leinfelden 2002
db Deutsche Bauzeitung Nr. 8/02, S. 12, Stuttgart 2002

Der Umbau des Modegeschäfts in der Karlsruher Innenstadt sollte bei äußerster Beschränkung der Mittel ein Höchstmaß an Wirkung erzielen. Daher schieden alle in die bauliche Struktur eingreifenden Maßnahmen von vornherein aus.

Die Planung konzentrierte sich stattdessen darauf, die Besonderheiten des vorgefundenen Raumes herauszuarbeiten: ein querrechteckiger, schlichter Verkaufsraum, dem eine denkmalgeschützte, symmetrische Schaufensterfront vorgelagert ist, mit mittigem Eingang; dahinter kleinere Räume, deren Unübersichtlichkeit der eigentliche Ansatz für die Umbauüberlegungen war.

Ausgehend von der Forderung, dass jeder Bereich des Geschäftes von der Inhaberin zu überblicken sein muß, da zunächst keine weiteren Angestellten beschäftigt werden sollen, wurden die verwinkelten Räume durch gezielte Eingriffe gestrafft und zu einem Rundgang gekoppelt. Bauliche Unregelmäßigkeiten wurden bewußt ausgenutzt, um differenzierte Raumsituationen entstehen zu lassen. Die rückwärtigen Bereiche dienen dem Zuschnittatelier, dem Warenlager und den Nebenräumen. Um den straßenseitigen Verkaufsraum ganz durch die ausgestellte Ware wirken zu lassen, konzentrieren sich Theke und Kasse im mittleren Bereich, zu erreichen über eine filigrane Treppe aus gefaltetem Stahlblech, während der eigentliche Rundgang über die breiten Holzstufen, die auch der Präsentation von Accessoires dienen, führt.

Der bestehende Bodenbelag aus Cottofliesen wurde aus Kostengründen erhalten und partiell ergänzt, Decken und Wände sind um ihrer kubischen Wirkung willen schlicht weiß verputzt. Eine orangefarbene Wand dient der Orientierung und verbindet den vorderen mit den rückwärtigen Bereichen. Abhängig vom Einfall des Sonnenlichts gibt diese Wand dem Raum mal eine heiter-verspielte, mal eine ruhig-getragene Stimmung. Die davor präsentierte Mode erhält durch die Reflexion der Farbe einen ständig wechselnden Ausdruck, was einer übermäßigen Kühle und Distanz der Ware entgegenwirkt.

Die räumliche Differenzierung findet ihre Entsprechung in den auf verschiedene Höhen abgehängten Deckenbereichen, die unaufdringlich die Führung des Kunden unterstützen. Jeder Bereich erhielt die ihm eigene Art der Beleuchtung: der indirekt erhellte Mittelteil des großen Raumes, die mittels Downlights gleichmäßig ausgeleuchteten Schaufenster, die durch Strahler hervorgehobenen Kleiderstangen und Regale, der über Einbauleuchten in warmes Licht getauchte Anprobebereich und die durch eine minimierte Pendelleuchte akzentuierte Theke. Auch das Mobilar, druchgängig aus Ahornholz und Edelstahl gefertigt, unterstützt den puristischen Gesamteindruck. Der Laden fungiert als Bühne - für die Mode, aber auch für die Kunden.