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Optik Heck, Karlsruhe-Durmersheim

Ort Karlsruhe-Durmersheim, Poststraße 7
Bauherr M. Buchmüller
Projektleitung H. Baurmann
Bearbeiter C. Wirtz
Bauleitung H. Baurmann
Planung 1997 - 1998
Realisierung 1998 - 1998
Fotos T. Mechau
Nutzfläche 74 m2 
Leistungsphasen 1 - 8

Die Zielvorstellungen des Bauherren waren zunächst vage: der bestehende, völlig überalterte Laden sollte zu einem ansprechendem Optikgeschäft umgestaltet, die darüber gelegene Wohnung mit kalkulierbarem Aufwand den Bedürfnissen einer dreiköpfigen Familie angepasst werden.

Bei näherer Untersuchung stellte sich die Substanz des Gebäudes infolge von Kriegseinwirkung und späteren Umbauten jedoch als schlechter heraus, als zunächst erwartet. Ein Großteil der Investitionen floß daher in reine Sanierungsmaßnahmen wie Dachdeckung und -dämmung, Erneuerung der Fenster, Böden und Wände sowie sämtlicher Installationen und der Heizungsanlage.

Die Umgestaltung des vordem zweigeteilten Ladens im Erdgeschoß folgte dem Wunsch, klare, überschaubare Raumsituationen zu schaffen. Die trennende Wand wurde herausgenommen, die Schaufensterfront durch ein drittes, gleich großes Schaufenster geklärt, Verkaufs- und Werkstattbereich deutlich unterschieden. Der Kunde betritt nunmehr einen längsrechteckigen Raum, der nur an den Stirnseiten die zu verkaufende Ware präsentiert, ansonsten jedoch leer ist. Auch die Schaufenster präsentieren keine Brillen, sondern lediglich den dahinterliegenden Verkaufsraum. Das Betreten des Geschäftes wird zu einer Schule des Sehens, der Wahrnehmung: nicht das Produkt spielt die wichtigste Rolle, sondern die Beratung durch den Fachmann, denn hierin unterscheidet sich der Verkauf von Brillen von dem Erwerb beispielsweise einer Uhr.

Eine dem Eingang gegenüberliegende schwarze Vitrine markiert die Trennung von Werkstatt bzw. Büro und Verkaufsraum und führt zugleich den Besucher zur schlichten Theke aus einem Ahornkorpus mit Glasplatte, unter der eine weitere Vitrine sichtbar wird. Gegenüber lädt ein Sofa den Wartenden zur Entspannung. Die angrenzende Stirnwand bildet den Freiwahlbereich, unterbrochen von Spiegeln verschiedener Größe und Höhe und bestückt mit einem ausziehbaren Etuimagazin. Der Bereich jenseits des Eingangs dient den beiden Beratungsplätzen und ist ähnlich gestaltet, jedoch mit einem Brillenmagazin in Form eines kragenden Glasregals ausgestattet. Beide Stirnwände scheinen durch indirekte Beleuchtung vor den eigentlichen, räumlich wirksamen Umfassungsmauern zu schweben.

Die rückwärtigen Bereiche wurden ebenfalls neu gegliedert und funktional verbessert; sie nehmen, durch zwei satinierte Glasschiebetüren vom Verkaufsraum aus zugänglich, den Untersuchungsbereich, die Werkstatt, Kasse und Büro auf. Durch diese Entscheidung konnte im Verkaufsraum auf technische Geräte und damit eine Störung der ruhigen Gesamterscheinung verzichtet werden.

Die Farbgebung des Raumes wird maßgeblich durch den kräftigen Olivenholzboden bestimmt. Die der Präsentation dienenden Wände wurden aus ahornfurnierten oder roh belassenen MDF-Platten erstellt, während die Hüllflächen wie Wände und Decke weiß gestrichen wurden. Schaufenster und Ladentür sind aus geölter Eiche, zu der die weiße Hausfassade einen ruhigen Hintergrund bildet. Jedem Bereich folgt ein spezifisches Beleuchtungskonzept, von dem Staccato der Fassadenleuchten über die integrierte Schaufensterbeleuchtung bis zur bühnenmäßig inszenierten Strahlerschiene, der Vitrinenbeleuchtung und den indirekt strahlenden Stirnwänden.

Die Gestaltung der Wohnung des Optikers folgt ähnlichen Prinzipien: Klärung der räumlichen Situation, funktionale Verbesserungen, Minimierung von sichtbarer Technik. Durch die Gliederung der vorderen Räume in von Scheiben begrenzte Bereiche entsteht ein zusammenhängender Wohn-Essraum, der der ansonsten kleinen Wohnung die nötige Großzügigkeit verleiht. Die neue Küche öffnet sich zum Treppenhaus und bietet einen kleinen Essplatz. Die offenen Bereiche lassen sich durch raumhohe Glasschiebetüren trennen, bleiben aber durch das durchgängig verlegte Kirschparkett miteinander verbunden.

Während die Zugangstreppe zur Wohnung lediglich umgearbeitet wurde, konnte die anschließende Treppe ins Dachgeschoß nicht erhalten werden. Sie wurde durch eine Stahltreppe mit Kirschholzstufen ersetzt. Ein kleines Duschbad liegt auf Wohnraumniveau, das große Bad dagegen befindet sich zusammen mit den Schlafräumen unterm Dach.