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Wohnen in der Stadt, Eppingen

Art Gutachten, 2009
Ort Eppingen
Auslober Stadt Eppingen
Bearbeiter H. Baurmann | M. Becker
Fachberater H. Vollmer
Visualisierung Stuchlik 3D
Modellbau A. Blankenburg

Altstadtquartier Eppingen: Die Grundidee unseres städtebaulichen Entwurfs für das Quartier zwischen Metzgergasse, Ölgasse und Leiergasse basiert auf dem vielfältigen, engmaschigen Fußwegenetz der Eppinger Altstadt.

Eine blockähnliche Bebauung mit einheitlichen Raumkanten kam für uns daher nicht in Frage, vielmehr versucht unser Entwurf, die typischen Charakteristika der altstädtischen Bebauung in eine zeitgemäße Architektursprache zu transformieren.

Drei Häuser besetzen das Grundstück, der bestehenden Bebauung in Form und Giebelstellung nicht unähnlich. Sie nehmen 11 Wohnungen und 2 Gewerbeflächen auf; durch einen einheitlichen Sockel wird der optische Verbund der drei neuen Häuser hergestellt. Dieser Sockel übernimmt die Zugangs- und Erschließungsfunktion, in ihm findet eine Parkgarage mit 18 Doppelparker-Stellplätzen ebenso Platz wie ein Ladengeschäft und ein Fahrradraum.

Nach außen nimmt der Sockel die typische Materialität der bei Fachwerkhäusern typischen Natursteinsockel an und bindet das Ensemble damit in den Bestand ein. Darüber erheben sich die hell verputzten Hausfassaden, die keiner Hierarchie gehorchen. Einziges Gliederungselement sind die Balkone und Loggien, deren Wind- und Sichtschutz durch ein geschosshohes Stabwerk aus Holz akzentuiert wird. Diese „grünen Zimmer“ sind wesentlicher Bestandteil der Wohnungen, die teilweise als Maisonetten ausgebildet sind. Die kleinteilige Gliederung gewährleistet ein hohes Maß an sozialer Kontrolle durch direkte Nachbarschaft und kleine Hausgemein-schaften.

Herzstück der Anlage ist der zentrale Binnenhof, an dem die drei Hauseingänge liegen. Er ist von drei Seiten über Rampen und Treppen erreichbar. Die Wohnanlage staffelt sich geschossweise zum Tal hin ab und übernimmt damit das Prinzip der bestehenden Bebauung. Durch den Verzicht auf private Freiflächen wird die städtische Umgebung aufgewertet. Die überwiegende Anzahl der Wohneinheiten ist barrierefrei erschlossen; die aufgezeigten Grundrisse und die einfache Tragstruktur lassen unterschiedliche Variationsmöglichkeiten zu.

Die Eppinger Altstadt erhält durch den vorgestellten Stadtbaustein neue Impulse und die Möglichkeit, sich auch in sozialer Hinsicht von innen heraus zu erneuern. Diese Erneuerung muss behutsam erfolgen, um das fragile Netz städtischer Wohnformen zu bereichern und nicht zu zerstören. Zahlreiche Prognosen führender Wissenschaftler künden eine Renaissance städtischer Wohnformen an. Wir glauben, mit unserem Vorschlag auch im Hinblick auf Mehrgenerationenwohnen eine für Eppingen interessante Zielgruppe anzusprechen.