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Wohnhaus am Thomashof, Karlsruhe-Durlach

Ort Karlsruhe-Thomashof, Stupfericher Weg
Projektleitung H. Baurmann
Bearbeiter D. Häfner | A. Baudendistel
Bauleitung H. Baurmann
Planung 2006 - 2007
Realisierung 2007 - 2008
Fotos S. Baumann, bild_raum
Nutzfläche 280 m2 
BRI 940 m3 
Leistungsphasen 1 - 8
Publikationen Besser bauen, besser wohnen, S.12, München 2015
HausTräume, Nr. 1/14, S. 90, Fellbach 2014
Bauen, Nr. 2/14, S. 30, Fellbach 2014
Möbelkultur, Nr. 3/12, S. 42, München 2012
Hugo-Häring Auszeichnung BDA Karlsruhe, S. 58, Karlsruhe 2011
Attraktiv bauen mit kleinem Budget, S. 37, München 2011
Gaggenau new spaces 07, S. 34, Hamburg 2010

Heinze Architekturobjekte, Internet-Archiv, 2010
Umwelt & Energie Forum, Nr. 6/10, S. 88, Worms 2010
Neue Architektur, Architekturführer Karlsruhe, S. 168, Karlsruhe 2010
Bauen und Wirtschaft im Regierungsbezirk Karlsruhe, S. 66, Worms 2010
Bungalows und Atriumhäuser Heute, S. 66, München 2009
ark architektur raum konstruktion, Nr. 4/09, S. 25, Leinfelden 2009
Nikkei Architecture Nr. 8/09, S. 134, Tokyo 2009
Architektur + Küche, S. 60, Waldstetten 2009
Häuser Nr. 2/09, S. 92, Hamburg 2009
Bau der Woche 31.2008, Internetmagazin german architects
bba Bau Beratung Architektur Nr. 12/08, S. 6, Leinfelden 2008

Eine idealtypische Situation: ein Grundstück am Waldrand mit weitem Blick nach zwei Seiten, da auf einem Hügelkamm gelegen; ein Haus für ein junges Ehepaar mit vielfältigen Interessen, naturverbunden, anspruchsvoll und architekturbegeistert; eine Umgebung mit Wald, Feldern, Wiesen, einem idyllischen Hofgut; das Grundstück gross, eben, gelegen am Ende einer Stichstrasse , an der die Wanderwege und ein Fitnesspfad beginnen.

Dennoch eine knifflige Aufgabe: das Baurecht verlangt nach einem eingeschossigen Baukörper, trotz mehrgeschossiger Nachbarn; zudem muss nach Landesbauordnung ein Abstand zum Waldrand eingehalten werden, der eine Bebauung des Grundstücks völlig unmöglich macht. Monatelang wird um jeden Meter gerungen, das Haus rückt zwangsläufig ganz an die Grenze zum einzigen Nachbarn; zugleich soll sich der Baukörper nach drei Seiten öffnen, die Süd- wie die Westsonne einfangen, darf aber nur auf kürzestem Weg von der Strasse (und damit von Süden) aus erschlossen werden. Ungezählte Grundrissvarianten führen zu der schliesslich genehmigten und gebauten Lösung.

Der Versuchung, im Angesicht des Waldes ein Holzhaus zu errichten, widerstand die Bauherrschaft. Stattdessen ein kristallin anmutender Baukörper, entstanden aus subtraktiven Eingriffen in einen Quader. Die dem Waldrand zugewandte Ostseite hält aufgrund der Abstandsvorgaben exakt die Parallele zur Grundstückskante; das Obergeschoss mit seinen tiefen Einschnitten, Loggien und Terrassen bleibt knapp unter der juristischen Grenze des Geschossbegriffs und wird damit nicht als Vollgeschoss gewertet.

Betreten wird der Baukörper an seiner empfindlichsten Stelle, der dem Fahrweg zugewandten Ecke. Durch die Stellung des Hauses wird das Grundstück in drei sehr unterschiedliche Bereiche geteilt, deren Nutzung sich nach dem Licht und den Tagezeiten richtet. Zwei massive Kerne zonieren das ansonsten offene Erdgeschoss, sie nehmen die Treppe und die Nebenräume auf. Jedem Innenbereich ist ein adäquater Aussenbereich zugeordnet; das Nachbarhaus wird durch eine weitgehend geschlossene Wand ausgeblendet.

Das Obergeschoss, durch die grosszügigen Terrassenflächen deutlich schmaler, organisiert sich nach dem Prinzip einzelner Abteile. Die Stirnseiten nehmen Schlaf- und Arbeitszimmer auf, dazwischen liegen Bad, Sauna und Ankleide sowie die Treppe. Alle Räume haben direkten Zugang zur Dachterrasse, deren räumliche Qualitäten sich aus den Vor- und Rücksprüngen der Fassade und des Daches ergeben. Eine Teilunterkellerung hält die Hauptgeschosse frei von Abstellräumen.

Ein feinkörniger Putz umspannt den kristallinen Baukörper wie eine dünne Haut. Grosse Glasflächen verzahnen das Haus mit der Landschaft, führen das Innen im Aussen fort und verwischen für die Bewohner die Trennung zwischen Gehäuse und Natur. Der bemerkenswerte Ort wird durch die Architektur des Hauses überhöht, das Haus als grosser, künstlicher Körper arrangiert sich mehr und mehr mit dem dunklen Wald.