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Wohnhaus in der Halde, Edenkoben

Ort Edenkoben, In der Halde
Projektleitung M. Dürr
Bearbeiter D. Häfner
Bauleitung M. Dürr
Planung 2006 - 2007
Realisierung 2007 - 2008
Fotos S. Baumann, bild_raum
Nutzfläche 260 m2 
BRI 1.044 m3 
Leistungsphasen 1 - 8
Auszeichnungen Attraktiv bauen mit kleinem Budget, S. 20, München 2011
bba Bau Beratung Architektur, Nr. 3/10, S. 14, Leinfelden 2010
Wohnen zwischen drinnen und draußen, S. 66, DVA München, 2010
Der Bauherr Nr. 6/09, S. 26, München 2009

Ein Bauplatz inmitten der Pfälzer Weinberge mit Blick auf die Haardt; ein Panorama, das mehrere Burgen und ein Schloss König Ludwigs umfasst; eine junge Familie, der Bescheidenheit wichtiger war als unbedingte Selbstverwirklichung – das waren die Randbedingungen des Entwurfs eines Einfamilienhauses bei Edenkoben in der Pfalz.

Da der Bebauungsplan nur eingeschossige Häuser mit Satteldach zuliess, die Bauherrschaft aus Kostengründen aber auf einen Keller verzichten wollte und damit auch die Flächen der Nebenräume ebenerdig auf dem strassenseitig recht schmalen Grundstück unterzubringen waren, zogen wir das Dach auch über Garage und Schuppen und erreichten damit straßenseitig eine Totalüberbauung des Grundstücks. Damit aber verwischen die Traufkanten des eigentlichen Wohnbaukörpers, das Haus duckt sich in die grandiose Landschaft und wirkt kleiner, als es tatsächlich ist.

Das Grundstück öffnet sich trichterförmig zu den Bergen, was durch die Inszenierung der Raumfolgen des Erdgeschosses – Kochen, Essen, Wohnen- noch gesteigert wird. Eine einläufige Stahltreppe verbindet die beiden Ebenen, deren Nutzung klar getrennt ist: während die gemeinschaftlichen Lebensbereiche in der unteren Etage liegen, ist das Dachgeschoss den privaten Rückzugsbereichen vorbehalten. Der Essplatz öffnet sich zu einem intimen, durch eine mannshohe Mauer abgeschirmten Innenhof mit Wasserbecken und Holzterrasse; ein dreiseitig verglaster Kaminblock verbindet ihn mit dem quer gelagerten Wohnraum.

Das Dachgeschoss öffnet sich nur an wenigen, ausgewählten Stellen der Umgebung. Die zentrale Diele mit dem Luftraum über dem Eingang erhält ihr Licht über Dachfenster; dem grossen Elternbereich mit offenem Bad ist eine Loggia aus Holz vorgehängt, die als Aussichtsbalkon zur Landschaft dient.

Die Fassade interpretiert das dörfliche Umfeld, indem sie die Erdtöne der Wingerte mit den grossen Fensterflächen für die Aussicht verbindet. Helle Putzfaschen thematisieren den Sonneneinfall – das Haus steht an einem der sonnenreichsten Orte des Landes - und verleihen dem Gebäude„Augen“. Das knappe Dach steigert den archaischen Eindruck des Grundbaukörpers, der sich selbstbewusst, doch bescheiden in die Landschaft fügt. Entstanden ist der Typus „Haus“, wie ein Kind ihn malen würde.