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Wohnhaus am Geigersberg, Karlsruhe-Durlach

Ort Karlsruhe-Durlach, Lyonel-Feininger-Weg
Projektleitung H. Baurmann
Bearbeiter J. Hakenjos | A. Huhle | J. Lindenmann
Bauleitung E. Jungmann
Planung 2002 - 2003
Realisierung 2003 - 2004
Fotos S. Baumann, bild_raum
Nutzfläche 835 m2 
BRI 3.300 m3 
Leistungsphasen 1 - 8
Auszeichnungen Brick-Award 2008, Nominierung
Architekturpreis Ziegel 2007, Engere Wahl
Beispielhaftes Bauen 2006, Auszeichnung
BDA / Auszeichnung Guter Bauten 2005
Publikationen WhsBrick 08, S. 126, Callwey München 2008
Architektur neues Baden-Württemberg, S. 35, Berlin 2007
Architektur in Baden-Württemberg, S. 194, Berlin 2006
Garten-Design Nr. 1/06, S. 20, München 2006
Welches Haus passt zu mir, S. 34, DVA München 2006
Baumeister Nr. 12/05, S. 35, München 2005
bba Bau Beratung Architektur Nr. 10/05, S. 10, Leinfelden 2005

Das Wohnhaus für eine Familie mit integrierter Wohnung für die Eltern befindet sich auf einem Grundstück mit altem Baumbestand am Durlacher Geigersberg. Der Bauherr legte großen Wert auf eine zurückhaltend-moderne, klare Formensprache, großzügige, funktional optimierte Räume und eine enge Verzahnung von Innen- und Außenraum.

Das Äußere des langgestreckten, zweigeschossigen Baukörpers lässt nur wenig Rückschlüsse auf die innere Organisation zu. Ein großer Vorplatz schafft Distanz zur wenig be-fahrenen Strasse, auch ohne Zaun und Abstandsgrün. Das Erdgeschoss öffnet sich durch einen Rücksprung im Baukörper, hinter dem Windfang, Garage und Fahrradraum liegen. Seitlich dieses Vorbereichs ist das Grundstück durch eine bestehende, partiell ergänzte Mauer gefasst. Der rechte, kürzere Teil des Riegels nimmt die Gästewohnung mit Schlafzimmer, Wohnküche und eigener Terrasse auf. Dieser Bereich des Hauses ist schwellenfrei ausgebildet, da er von den Eltern bewohnt wird.

Der Besucher, der das Haus über die unscheinbare, in das Holzfutteral des Rücksprungs eingelassene Haustür betritt, befindet sich nach kurzem Durchgang von Windfang mit Garderobe in einer großen, zweigeschossigen Halle, die als zentraler Verteiler dient. Licht erhält dieser Bereich indirekt über eine geschosshohe, undurchsichtige Verglasung, hinter der Dachoberlichte für Tageslicht und eingebaute Linienstrahler für Kunstlicht sorgen. Hinter der filigranen Treppe ins Obergeschoss liegt die Küche, die sich auf einen dreiseitig verglasten, nach Süden offenen Hof orientiert. Ihr gegenüber ist ein großer Raum als Spielzimmer mit Gartenausgang für die Kinder reserviert.

Dem Essbereich ist der nordwestliche Gartenteil mit einer teilüberdachten Terrasse zugeordnet, während der ebenfalls stark verglaste Wohnraum, nur durch einen Raumteiler vom Essplatz abgetrennt, sich ganz hangabwärts nach Norden öffnet. Beide Bereiche liegen tiefer als die zentrale Halle und sind von ihr durch ein Band aus eingestellten Holzkuben getrennt, das den Bau in seiner gesamten Länge durchzieht und Einbauschränke, Abstell- und Nebenräume sowie eine zweite Treppe in den Kindertrakt aufnimmt.

Letzterer nimmt die östliche Hälfte des Obergeschosses ein und weist vier Zimmer, einen grossen Flurbereich zum Spielen und ein Bad auf. Nach Süden, zur Strasse hin, ist sein Merkmal das bandartige Kastenfenster, das die Länge der Fassade noch unterstreicht. Der Elterntrakt mit Schlaf- und Arbeitszimmer, Ankleide und umfangreichem Sanitärbereich ist sehr introvertiert gehalten und öffnet sich nur auf eine hofartig gefasste Dachterrasse. Die Belichtung erfolgt hier fast ausschließlich über Oberlichtbänder.

Die technische Ausstattung des Gebäudes ist umfangreich und orientiert sich an dem, was heute technisch machbar ist. Dazu gehören die komplette BUS-Steuerung der elektrischen Installationen, eine durchgehende Niedertemperatur-Fussbodenheizung, gespeist von einer großen Wärmepumpe mit Erdsonden, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, Kühldecken in allen Aufenthaltsbereichen, ein Wellnessbereich mit Whirlpool und Dampfdusche und die regelungstechnische Verbindung aller technischer Einzelbereiche.

Bautechnisch handelt es sich bei dem Gebäude um einen Massivbau mit vorgehängter Fassade aus Torfbrandklinkern, Holz-Aluminiumfenstern und einem extensiv begrünten Flachdach. Der Ausbau erfolgte mit weitgehend naturbelassenen Materialien wie Putz, Eichenholz, Granit, Parkett und Linoleum.

Wie das Hausinnere, so gliedert sich auch der von Katrin Lesser aus Berlin entworfene Garten in eindeutige Funktionsbereiche wie Kinderspielplatz, Boulespielfläche, Staudengarten und verschiedene Sitzplätze. Dabei führt die strenge Abgrenzung der mit Natursteinplatten belegten Terrassen die lineare Gestaltung des Hauskörpers fort.