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Ev. Gemeindezentrum, Karlsruhe-Durlach

Ort Karlsruhe-Durlach, Bilfinger Straße 7
Bauherr Luther-Melanchthon-Gemeinde
Projektleitung H. Baurmann
Bearbeiter H. Tergan
Bauleitung H. Baurmann
Planung 2008 - 2009
Realisierung 2009 - 2010
Fotos S. Baumann, bild_raum
Nutzfläche 200 m2 
BRI 1000 m3 
Leistungsphasen 1 - 9
Bruttobaukosten 300.000 €
Auszeichnungen

Broschüre Hugo Häring Auszeichnung BDA 2014, Karlsruhe
Beispielhaftes Bauen 2012, Auszeichnung

Publikationen Dt. Architektenblatt, Nr. 3/13, DAB regional S. 15, Stuttgart 2013

Das weitläufige Gemeindezentrum aus den sechziger Jahren soll in mehreren Schritten behutsam den Anforderungen der heutigen Zeit angepasst werden. Begonnen haben wir mit dem als Gottesdienstraum genutzten Mehrzwecksaal, nachdem die Gemeinde beschlossen hatte, eine Orgel einzubauen.

Um dem Raum seine Nüchternheit zu nehmen, ohne die Intentionen der ursprünglichen Planung zu verleugnen, haben wir mit wenigen, punktuellen Eingriffen versucht, eine dem christlichen Gottesdienst gemäße, atmosphärisch dichte Wirkung zu erzeugen. Die gleichmäßige Ausleuchtung des Saals über rundum angebrachte Oberlichtbänder wurde mittels eines vorgehängten Stabwerks aus vertikalen Ahornlatten vermindert, das helle Holz filtert das Licht und gibt dem ansonsten dunkel gehaltenen Raum eine freundliche Note. Zugleich verwischt es die Raumkontur, der Saal bekommt eine transzendente Atmosphäre.

Die einstige Rasterdecke, die an Verwaltungsbauten erinnert, wurde zugunsten einer mehrfach gestuften, ungerasterten Gipskartondecke aufgegeben, die auch akustische Funktionen übernimmt. Die Einbauleuchten wurden gegen eigens konstruierte, stabförmige, zylindrische Pendelleuchten ersetzt, deren polierte Oberfläche in den Spiegeleffekten an Kerzenschein erinnert; der Saal erhält dadurch ein festliches Gepräge.

Das Podest wurde um einen Platz für die neue Orgel erweitert und mit Jurakalkstein belegt, der Altarraum um eine apsisähnliche Nische erweitert, die ebenfalls mit Jurakalkstein ausgekleidet wurde. Dadurch ist der Raum eindeutig gerichtet und der Altar steht frei vor der Nische.

Die nächsten Maßnahmen umfassen den Einbau einer behindertengerechten Toilette, die Umgestaltung des Foyers sowie das Ersetzen der Prinzipalstücke und der Bestuhlung. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Gemeindezentrum deutlicher als bisher ein Raum für Gottesdienste und festliche Anlässe sein. Wir betrachten es als ein Beispiel für den Umgang mit Räumen, deren Gestalt einer Haltung der sechziger Jahre entsprungen ist; deren Vorzüge wir weiterentwickeln sollten, deren Nachteile und Defizite jedoch behoben werden müssen, um tauglich zu sein für die Anforderungen einer modernen Gemeindearbeit.